{"id":995,"date":"2017-07-02T14:21:56","date_gmt":"2017-07-02T14:21:56","guid":{"rendered":"http:\/\/www.yampouire.org\/?page_id=995"},"modified":"2017-07-02T14:28:07","modified_gmt":"2017-07-02T14:28:07","slug":"burkina-faso-courier","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.yampouire.org\/fr\/burkina-faso-courier\/","title":{"rendered":"Burkina Faso Courrier"},"content":{"rendered":"<p>Ce texte est seulement disponible en allemand.<\/p>\n<h1>Reisebericht \u00fcber Burkina Faso<\/h1>\n<p>Rosi und Claude Dougoud, Wangen, 2017<\/p>\n<p>Auf Einladung von Monique Raemy von Yam Pouir\u00e9 haben wir zum ersten Mal Afrika bereist. Yam Pouir\u00e9 hat sich als Verein zum Ziel gesetzt in Burkina Faso nachhaltige Entwicklungsarbeit im Sinne von Hilfe zur Selbsthilfe zu unterst\u00fctzen. Yam Pouir\u00e9 heisst auf Moor\u00e9, die Sprache der Mossi der gr\u00f6ssten Ethnie von Burkina Faso: \u201eTeilen von Gedanken, Kenntnissen und Weisheit\u201c.<\/p>\n<p>Wie kam es zur Wahl gerade dieses Namens? Burkina Faso liegt mehrheitlich in der Sahel-Zone. W\u00e4hrend einer kurzen Regenzeit k\u00f6nnen die Bauern mit M\u00fche das einheimische Getreide Mil, eine Hirsesorte anbauen. Die verheerende Trockenheit in den 1970er und 1980er Jahren, ohne Regen, hat besonders den Norden des Landes ausgetrocknet, dies mit verheerenden Folgen, wie Hunger und Armut und uns\u00e4glichem Leiden der Bev\u00f6lkerung. Der Boden war vorher sehr fruchtbar und gr\u00fcnende Landschaften pr\u00e4gten die Region. Dies erfuhren wir von einem Dorf\u00e4ltesten.<\/p>\n<p>Das beschriebene Elend und die Armut erlebte das Ehepaar anl\u00e4sslich einer Urlaubsreise. Es liess sie nicht mehr los. Das Hilfswerk und langj\u00e4hrige freundschaftliche Beziehungen mit Helfern vor Ort ist daraus entstanden. Viele Bauern in unz\u00e4hligen D\u00f6rfern konnten dank der Hilfe ihr Schicksal in die Hand nehmen und Schritte aus der Armut machen. Wieviel W\u00fcrde ihnen dies zur\u00fcckgab werden wir an einzelnen Beispielen erl\u00e4utern.<\/p>\n<p>Die Unterst\u00fctzung von Yam Pouir\u00e9 erfolgt nur, wenn ein Dorf ein Gesuch an den Partner vor Ort \u201aBurkina vert\u2019 stellt, sein Anliegen begr\u00fcndet und die Eigenleistungen angibt. Das Gesuch wird dann schriftlich an Yam Pouir\u00e9 weitergeleitet.<\/p>\n<p>Ein von Wangen-Br\u00fcttisellen mitfinanziertes Projekt sieht so aus: Der starke Wasserfluss in der Regenzeit wird durch diguettes auch Steinb\u00e4nder genannt gebremst. Dabei wird der Erosion entgegengewirkt. Der Ort und die Ausrichtung der diguettes wird in Kooperation zwischen den Dorfbewohnern und den Beratern von Burkina Vert festgelegt. Hinter den diguettes werden versetzt angeordnete Halbmonde oder \u201ezais\u201c (Pflanzl\u00f6cher), gef\u00fcllt mit Kompost, angelegt. Nun kann mil oder sorgho (zwei Hirsearten) angepflanzt werden, ohne dass die jungen Pflanzen vom Wasser wieder herausgesp\u00fclt werden. Die diguettes werden mit dem S\u00fcssgras Andropogon verst\u00e4rkt. Dieses wird z.B. auch zum Flechten von Matten zum H\u00fcttenbau gebraucht. Die diguettes werden jedes Jahr wieder in Stand gesetzt, damit die Bremswirkung erhalten bleibt. Nach einem oder zwei Jahren ist das so behandelte Land f\u00fcr Kulturen dauerhaft zur\u00fcckgewonnen.\u00a0 In den letzten f\u00fcnf Jahren konnten von Burkina Vert 430 Hektaren unfruchtbares Land wieder fruchtbar gemacht werden.<\/p>\n<p>Frauen und M\u00e4nner graben die ben\u00f6tigten Steine dank den Strahlst\u00f6cken aus Frauen bringen die Steine auf dem Kopf getragen zum Lastwagen. Dieser bringt die Steine auf das vorgesehene Landst\u00fcck in ihrem Dorf. F\u00fcr gr\u00f6ssere Strecken werden Schubkarren zum Transport der Steine zum Lastwagen verwendet. Die M\u00e4nner legen die diguettes fachm\u00e4nnisch an. Die Strahlst\u00f6cke und Schubkarren und die Lastwagenmiete sind von unserer Gemeinde finanziert worden. Ein Projekt wird ein Jahr lang technisch von Burkina Vert begleitet.<\/p>\n<p>Mit Hilfe von \u201adiguettes\u2019 Wasserr\u00fcckhalte-D\u00e4mmchen k\u00f6nnen die Dorfgemeinschaften mehr Fl\u00e4che bebauen und h\u00f6here Getreideertr\u00e4ge gewinnen. Die B\u00f6den werden wieder in Stand gesetzt und die Bodenfruchtbarkeit wird erh\u00f6ht. Die D\u00e4mmchen haben die Wirkung, dass das Wasser der Regenzeit gebremst und geleitet wird und gezielt versickern kann. Ein wichtiger Effekt ist zudem, dass der Wasserspiegel jedes Jahr steigt. Bei steigendem Wasserspiegel k\u00f6nnen Brunnen gebohrt werden, dies machen die Bewohner selbst. Yam Pouir\u00e9 finanziert den Zement, damit die Brunnen sicher, stabil und sauber gehalten werden k\u00f6nnen. Das Wasser aus den Brunnen ist die Voraussetzung um Gem\u00fcsefelder anlegen und unterhalten zu k\u00f6nnen. Dies bringt Vielfalt in die Ern\u00e4hrung, die auch zu einer Verbesserung der Gesundheit der Menschen f\u00fchrt. Es macht sie selbstbewusst und stolz, dass sie sich selber und ihre Kinder versorgen k\u00f6nnen. Ein Leiter von Burkina Vert \u00e4usserte einmal \u201edass die Erde nie l\u00fcge\u201c sondern, \u201esie gebe uns viel, wir m\u00fcssten hart daf\u00fcr arbeiten\u201c. \u00dcbersch\u00fcsse k\u00f6nnen die Bauern auf dem heimischen Markt verkaufen, in die Hauptstadt liefern und teilweise in die Nachbarl\u00e4nder exportieren.<\/p>\n<p>Dadurch, dass der Grundwasserspiegel in vielen D\u00f6rfern stark gestiegen ist, k\u00f6nnen die Bauern Kartoffeln, Zwiebeln, Tomaten, Salatgurken, Salate, Bohnen, Paprika, Peperoni, Petersilie, Zuchetti, Kohl, Knoblauch und einheimische Gem\u00fcsesorten. Wenn gen\u00fcgend Wasser vorhanden ist, gedeihen Papaya- und Mangob\u00e4ume pr\u00e4chtiger.<\/p>\n<p>In einem der besuchten D\u00f6rfer dankte ein Bauer f\u00fcr die vor Jahren erhaltene Kuh und zeigte stolz die herangezogenen K\u00e4lber. Die K\u00e4lber wurden an andere Familien weitergegeben. Sie liefern auch willkommenen D\u00fcnger f\u00fcr die Erde. Die Gr\u00fcnabf\u00e4lle werden kompostiert. Auf diese Weise profitiert das ganze Dorf.<\/p>\n<p>In einem weiteren Dorf erz\u00e4hlte uns die Sprecherin der Frauen, dass sie aufgrund der Nachricht eine M\u00fchle zu bekommen, sie nicht mehr schlafen konnten vor Freude und die ganze Nacht tanzten. Sie organisierten eine Einweihungsfeier, bei der Monique Raemy ein Band durchschnitt. Darnach tanzten als Dank die Frauen des Dorfes. Die Lebensfreude war ansteckend und ber\u00fchrend. Ohne M\u00fchle mussten die Bewohner lange M\u00e4rsche zur n\u00e4chsten M\u00fchle unter die F\u00fcsse nehmen.<\/p>\n<p>Ein weiterer wichtiger Beitrag Yam Pouir\u00e9s ist die Finanzierung von Getreideb\u00e4nken. Diese erm\u00f6glichen den Bauern in knappen Zeiten auf die Reserven zur\u00fcckgreifen zu k\u00f6nnen. Ansonsten m\u00fcssten sie teuer das Getreide einkaufen.<\/p>\n<p>Im n\u00e4chsten Dorf zeigten uns die Einwohner mit stolz ihr Gesundheitszentrum mit Latrinen und Duschen sowie einem angeschlossenen Geburtshaus und einer dorfeigenen Apotheke.<\/p>\n<p>Auch bei der Errichtung von Schulen ist Yam Pouir\u00e9 behilflich. Wir haben Klassenzimmer mit \u00fcber 60 Sch\u00fclern! gesehen. Die Familien sind froh und stolz, dass ihre Kinder die Schule besuchen kann. Wichtig ist der Schulgarten, wo die Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler ihr eigenes Gem\u00fcse anbauen lernen.<\/p>\n<p>Die Reise in Burkina Faso war faszinierend. Die Menschen haben uns sehr beeindruckt durch ihre Herzlichkeit, ihre offene Art, ihre T\u00fcchtigkeit bei der Arbeit und ihren Humor. Mit den Helfern vor Ort wuchs in den kurzen Tagen Freundschaft. Es fanden viele interessante Gespr\u00e4che statt. Wir kehrten mit vielen sch\u00f6nen Erinnerungen in die Schweiz. Wir haben in den 12 Tagen viel gelernt.<\/p>\n<p>Jede Spende an Yam Pouir\u00e9 erreicht unserer Ansicht nach direkt die Menschen in Burkina Faso die es dringend brauchen, aber auch umsichtig damit umgehen und erstaunlich viel daraus machen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ce texte est seulement disponible en allemand. Reisebericht \u00fcber Burkina Faso Rosi und Claude Dougoud, Wangen, 2017 Auf Einladung von Monique Raemy von Yam Pouir\u00e9 haben wir zum ersten Mal Afrika bereist. Yam Pouir\u00e9 hat sich als Verein zum Ziel gesetzt in Burkina Faso nachhaltige Entwicklungsarbeit im Sinne von Hilfe zur Selbsthilfe zu unterst\u00fctzen. 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